Trennung I
- mzillich
- 11. Juni 2025
- 11 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 30. Juni 2025

Am 1. Dezember 2025 hat mir meine Frau nach 15 Jahren Ehe gesagt, dass sie sich von mir trennen will. Das war ein Schock, und es kam völlig unerwartet. Ich bin aufs Hochbett im Gästezimmer. Sie kam hinterher und hat mir gesagt, dass ich bei ihr im Ehebett schlafen kann. Ich habe sie gebeten mich in Ruhe zu lassen. Sie kam nach ein paar Minuten wieder vorbei, um mir zu sagen, dass ich mir keine Sorgen machen soll. Ich könne in der Wohnung bleiben. Sie würde sich eine Wohnung suchen. Am nächsten Tag habe ich sie um ein weiteres Gespräch gebeten. Das fand zwei Tage später statt. Ich habe ihr erklärt, dass ich das nicht akzeptieren würde und sie gefragt, was überhaupt der Grund sei. Sie antwortete, dass die Beziehung am Ende sei, und dass ich das auch dauernd sagen würde. Das habe ich verneint. Daraufhin hat sie gesagt, dass die Kinder immer traurig seien. Das sei totaler Blödsinn, habe ich gesagt, und sie solle endlich sagen, warum SIE sich trennen will. Daraufhin hat sie gesagt, dass sie sich in einen anderen Mann verliebt habe. Das war ein neuer Schock, und ich habe ihr drei Tage Zeit gegeben, die Entscheidung zu überdenken. Sie hat gesagt, dass sie sich bereits entschieden hätte, aber wir sind dann Sonntag trotzdem ein Restaurant gefahren, um zu reden. Ich habe das Gespräch gut vorbereitet, um sie zu überzeugen, bei mir zu bleiben, und ihr drei Optionen zur Wahl gestellt:
1. Du bleibst bei mir.
2. Du nimmst den anderen.
3. Wir nehmen uns eine Auszeit.
Meine Frau war fest für den neuen Mann entschlossen, und ich habe mich zum Hampelmann gemacht. Sie meinte, ich müsse gar nicht reden, weil sie ohnehin bei mir bleiben würde und hat dabei immer nur arrogant gelächelt und mir gar nicht richtig zugehört. Als ich sagte, dass ich den neuen Mann gemeinsam mit ihr anrufen wolle, um ihm zu erklären, dass sie sich für mich entschieden habe, und er jeden weiteren Kontakt unterlassen solle, hat sie sich über mich lustig gemacht und gesagt, dass ich ihn nicht anrufen dürfe und das ohnehin nicht kontrollieren könne. Ich habe dann nochmal die dritte Option angesprochen, aber als ich meinte, dass das trotzdem für sie bedeuten würde, erstmal die gemeinsame Wohnung zu verlassen, hat sie mich angeschrien und das Restaurant verlassen. Sie wartete auf dem Parkplatz und wollte nicht akzeptieren, dass ihre Entscheidung bedeutet, dass sie sofort die Wohnung verlassen muss. Sie stieg zu mir ins Auto und ich habe schrecklich geweint. Sie würde nicht ausziehen, weil das auch ihre Wohnung sei. Als ich darauf antwortete, dass ich dann ausziehen würde, hat sie akzeptiert auszuziehen. Ich habe ihr eine halbe Stunde Zeit gegeben, die notwendigsten Sachen zu packen, ihr noch ein Auto überlassen, und wir haben den Kindern erklärt, dass es meinem Schwiegervater schlecht gehe und Lesya bei ihm schlafen würde. Am nächsten Abend habe ich den Kindern reinen Wein eingeschenkt, nachdem ich mich beraten lassen und das mit Lesya abgesprochen hatte: Mama und Papa haben sich in letzter Zeit soviel gestritten, dass Mama das nicht mehr ausgehalten hat und sich von Papa getrennt hat. Ihr könnt dafür nix, und Mama liebt euch genauso wie Papa und beide sind immer für euch da. Irma (5) ist auf meinen Schoß, und wir haben gemeinsam geheult, während Benedikt (11) zu mir meinte, dass ich mich entspannen soll. Er würde das regeln. Dann ist er ins Zimmer und hat Lesya angerufen. Die folgenden Tage und Wochen waren fürchterlich. Ich habe es so geregelt, dass Lesya jeden zweiten Tag die Kinder sehen konnte und dann auch in der Wohnung geschlafen hat. Derweil habe ich in der Arbeit oder bei Nachbarn geschlafen. Am 15.12. hat Lesya Geburtstag, und es war geplant, den zu Hause zu feiern. Das habe ich dann storniert und auch die Übernachtung Ihrer Nichte in der Wohnung. Daraufhin wurde ich nicht nur von Lesya sondern auch von ihrer Mutter aufs Übelste angefeindet. Ihre Mutter wohnt in einer Einliegerwohnung, und wir haben einen gemeinsamen Haupteingang, bevor die Wohnungen in einem kleinen Flur getrennt sind. Meine Schwiegermutter hatte bereits während unserer Ehe völlig respektlos unsere Wohnung ohne klopfen oder klingeln betreten, wie es ihr beliebt. Sie dachte, das geht so weiter und kam am ersten Tag nach der Trennung ohne klopfen in die Wohnung, um Blumen zu gießen. Als ich den Schlüssel von der Wohnungstür abgezogen habe, hieß es, ich würde sie nicht mehr in die Wohnung lassen. Lesya bombardierte mich mit beleidigenden und aggressiven Nachrichten und Anrufen. An ihrem Geburtstag eskalierte es völlig. Es war vereinbart, dass sie die Kinder in der Kirche übernimmt. Benedikt hatte dort ein Chorkonzert. Am Vorabend war Lesya plötzlich nicht mehr damit einverstanden und schrieb eine Nachricht nach der anderen, bis ich offline ging.
Als ich am nächsten Morgen, am Geburtstag um 7.30 Uhr beim Kacken sitze, kommt Benedikt, der an diesem Tag zwei Konzerte hat mit seinem Telefon herein, weil die Mama mit mir sprechen möchte. Sie sagt, sie will überhaupt nicht in die Kirche und will die Übergabe anders organisieren. Ich solle auch mal an die Kinder denken usw. Ich beende das Gespräch, indem ich ihr sage, dass die Übergabe genauso abläuft, wie gesagt. Falls sie sich daran nicht hält, muss sie selbst schauen. Bei der Übergabe will sie mich wieder anfauchen, weil Irma nicht warm genug angezogen sei, aber ich habe eine Jute mit zusätzlichen Klamotten dabei, und es gelingt mir sogar, ihr zum Geburtstag zu gratulieren mit einem einigermaßen herzlichen Blick in die geliebten Augen. Als ich es auch noch schaffe, mich ungesehen von der Geburtstagsgesellschaft in das zweite Konzert zu schleichen, atme ich erleichtert auf und will mich mit meinem 90-jährigen Vater treffen, der noch vor der Trennung zu Lesyas Geburtstag eingeladen worden war. Kurz vor dem Treffpunkt, klingelt mein Telefon und Olesyas Nummer leuchtet auf. Vereinbart war, dass wir uns einstweilen nur bei Notfällen anrufen. Ich hebe ab und werde angeschrien, wo ich überhaupt sei und dass ich mich gefälligst um meinen Sohn kümmern soll: „Mein Sohn will nicht mehr mit mir Geburtstag feiern. Das hast du toll erreicht…“ Ich unterbreche sie mit den Worten, dass sie das erreicht habe. Sie flippt aus: „Du hast das erreicht. Du terrorisierst alle. Seit einer Woche terrorisierst du alle…“ Ich kann nicht mehr an mich halten und raste aus: „Du Fickvoze, du alte Fickvoze…“ Olesya legt auf. Ich rufe Benedikt an, der mir sagt, dass Mama sie jetzt in unsere Wohnung bringt. Ich rufe Claus, den Diener meines Vaters an, um ihm zu sagen, dass er sofort in die Wohnung kommen soll. Auf der Fahrt in die Wohnung breche ich schluchzend in Trän en aus, weil ich kapiere, dass ich mich nicht mehr unter Kontrolle hatte und nur Glück, dass es ein Telefongespräch war. Bei persönlichem Kontakt wäre ich übergriffig geworden. Dann wäre alles klar gewesen. Einen Mann, der seine Frau anfasst, muss man verlassen. Zu Hause angekommen stellt sich heraus, dass Benedikt sich mit Irma gestritten hatte und deswegen gehen wollte. Wenig später kommen Claus und mein Vater. Darüber bin ich sehr froh. Bei der Übergabe von Irma, kann er sie von weiteren Kontaktversuchen abhalten. Ich bitte Claus und meinen Vater noch einen Tag länger zu bleiben, weil ich Angst vor Olesya habe. Mein Vater kollabiert am nächsten Tag in einem Restaurant, sodass der Notarzt und die Feuerwehr kommen. Ansonsten bleibt es einigermaßen ruhig. Ich weiß heute nicht mehr, wie es mir gelungen ist, in diesen Tagen die Kinder zu betreuen, Frühstück zu machen, Benedikt pünktlich zur Schule zu schicken, Irma in die KITA und zu anderen Veranstaltungen zu bringen, aber es hat irgendwie funktioniert. Ich habe vieles richtig und gut gemacht, und dafür bin ich Gott dankbar. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so einen Schmerz gespürt und so eine extreme und intensiver Zeit erlebt. Das war für mich eine Ahnung der Hölle. Und Weihnachten stand vor der Tür!
Ich habe noch nie so viel geweint, wie in dieser Zeit. Ich habe sehr viel mit Freunden und Beratern telefoniert. Wolfgang, ein sehr alter Freund und Berater, der früher zuerst ein vom Gericht zugewiesener Betreuer und später mein Bewährungshelfer war, hat mir angeboten, mich über Weihnachten zu unterstützen und kam am 22.12. nach Dresden. Wir haben zusammen mit den Kindern Heiligabend gefeiert und sind am 26.12. mit den Kindern nach Bayern gefahren. Ich habe meinen Vater besucht, der in einem sehr schlechten Zustand war, weil er am 24. gestürzt war, sich den Kopf aufgeschlagen und viel Blut verloren hatte. Am 27. Bin ich mit den Kindern weiter nach Südtirol in den Skiurlaub gefahren, wo wir uns mit einem befreundeten Ehepaar und deren Sohn getroffen haben. Mehrmals am Tag habe ich mit Claus telefoniert, weil der meinte, mein Vater liege im Sterben. Trotzdem war der Skiurlaub gut, und wir sind am 01.01.2025 wieder nach Dresden gefahren. Am 2. Januar hat Olesya die Kinder übernommen, und ich bin wieder zu meinem Vater nach Oberbayern gefahren. Er war bettlägerig und kaum zurechnungsfähig. Deshalb haben wir eine Vollzeitpflegekraft organisiert. Mit Lesya hatte ich einen wöchentlichen Wechsel der Kinderbetreuung organisiert.
Auf mein Drängen hat sich Olesya eine Wohnung gesucht, die sie am 01.03. bezogen hat. Aus ihrer Sicht hatte ich sie aus der Wohnung geworfen, worüber sie sich mehrfach beschwert hat. Ich hatte zu dieser Zeit immer noch den Wunsch, sie wieder zurückzugewinnen, obwohl ich mich sehr schlecht behandelt und gedemütigt fühlte. Am 23.01. hatten wir einen Termin bei der städtischen Familienberatung, auf das ich mit der Hilfe eines Coaches sehr gut vorbereitete. In dem Gespräch habe ich mich gut geschlagen. Olesya sagte unter anderem: „Als ich mich entschlossen habe, mich zu trennen, habe ich nicht gedacht, dass das so dramatisch wird“. Außerdem erwähnt sie nebenbei, dass sie Benedikt inzwischen auch von ihrem neuen Freund erzählt habe. Die Beraterin verhält sich sehr passiv und meint, dass es besser sei, ein Jahr zu warten, bevor man einen neuen Lebenspartner den Kindern vorstellt. Als ich gegen Ende des Gesprächs deutlich mache, dass ich unter den gegebenen Umständen wenig Bedarf an weiteren Beratungsgesprächen habe, weil ich selbst gute Berater hätte, fängt Olesya an zu weinen. Ich lasse mich beeindrucken und sage, dass ich, wenn Olesya es unbedingt wolle, es in Erwägung ziehen würde wieder zu kommen, aber das Gespräch erst sacken lassen will, so wie es Frau P. empfiehlt. Im Auto erklärt Olesya mir, dass sie auf keinen Fall ein Jahr damit warten würde, ihren Freund den Kindern vorzustellen: „Wenn ich dann umziehe, sehen sie ihn doch sowieso.“
Meine Freunde und Berater sind alle entsetzt, als ich ihnen davon erzähle und sagen, dass ich mir das auf keinen Fall gefallen lassen soll und die Kinder schützen müsse. Deshalb schreibe ich am nächsten Tag folgendes Email an Olesya:
Hallo Olesya,
wie empfohlen, habe ich das Gespräch sacken lassen und auch nochmal mit anderen Personen darüber gesprochen. Ich gehe gerne nochmal zu Frau Pflicke mit dir. Allerdings bitte ich dich nachdrücklich zumindest bis zu diesem Termin, deinen neuen Lebenspartner in Anwesenheit der Kinder nicht mehr zu erwähnen und ihn auch nicht den Kindern vorzustellen. Frau Pflicke hatte dich auch gewarnt meine Ratgeber haben auch gesagt, dass das ein heikles Thema ist, mit dem man sehr vorsichtig umgehen sollte.
Mein Vorschlag ist:
Ich bitte Frau Pflicke um ein kurzfristiges Nachfolgegespräch, und du hältst dich bis dahin daran, dass dein Freund erstmal kein Thema für die Kinder ist.
Ist das okay?
Schönes Wochenende!
Olesya antwortet prompt:
Hallo Matthias,
Danke dir, ich freue mich, dass du Familienberatung fortsetzen willst.
Mit deiner Bitte kann ich dir leider nichts versprechen - denn wenn mich Benedikt darauf anspricht, werde ich selbstverständlich ehrlich ihm antworten und mit ihm sprechen. Ich werde aber das Thema nicht selber ansprechen.
Liebe Grüße
Olesya
Noch vor dem nächsten Beratungsgespräch erfahre ich von Irma, dass es einen neuen Freund gibt, der heißt Sascha und ist ein Erwachsener und hat ihr versprochen, ihr einen Schminktisch zu schenken. In den Augen hat sie große Fragezeichen.
Darauf angesprochen reagiert Olesya beim nächsten Beratungsgespräch am 13.02. mit der Aussage, dass sie sowieso nächste Woche gemeinsam ins Tropical Island fahren würden. Ich schüttle entsetzt den Kopf und äußere mein Konzept und meine Erwartungen an Olesya, die ich vorbereitet hatte:
Ich bin ein gläubiger katholischer Vater, der seine Kinder nach christlichen Werten erzieht (10 Gebote, Nächstenliebe)
Meine Rolle als Vater habe ich in den letzten 11 Jahren gut bis sehr gut erfüllt und mache das auch weiterhin, auch die letzten zweieinhalb Monate in dieser dramatischen Situation.
Dazu habe ich sehr klare Vorstellungen, die ich auch umsetze:
Klare Tages- und Wochenstruktur (Aufstehen, Bettgehen, Essenszeiten, Wochenprogramm)
Sonntagsmesse (zentraler Angelpunkt meiner Woche)
Feedbackmöglichkeit für Kinder: Dreirat
Andere Bezugspersonen (Erzieher, Klassenlehrer, Chorleiter, Trompetenlehrer, Musikpädagogin) habe ich über die Trennung informiert und um Rückmeldung gebeten
Den wöchentlichen Wechsel der Betreuung finde ich auch gut. Ich habe das so eingerichtet, dass ich in meiner Woche ganz für die Kinder da bin.
Wenn es Konflikte mit den Kindern gibt, trage ich die aus.
Ich habe das Heft gut in der Hand, und das läuft auch gut
Ich habe eine ganze Reihe von erfahrenen Freunden und Beratern, die mir zur Seite stehen und an die ich mich rund um die Uhr wenden kann (Wolfgang, Männercoach, Niels, Christopher, katholische Familienberatung Leipzig)
Das funktioniert alles gut bis sehr gut, und ich bin sehr zufrieden mit mir und wie das läuft.
Ich erwarte
Eine klare räumliche und zeitliche Trennung (s. Leiter)
Einhalten der Vereinbarungen (schriftlich fixieren)
Respekt und Anerkennung der Grenzen (nicht einmischen)
Einmal pro Monat gemeinsame Beratung über die Kinder an einem neutralen Ort unter Aufsicht von Frau Pflicke
Dass die Eltern entscheiden und nicht die Kinder.
In der Mamawoche ist die Mama und in der Papawoche ist der Vater für die Kinder verantwortlich;
Dass Konflikte mit den Kindern ohne Einmischung des anderen ausgetragen werden (Kind will nicht frühstücken: kannst du deinem Sohn bitte sagen, dass er etwas essen soll; PC-Nutzung bzw. Benedikt will mich nicht sehen)
Frühzeitige Regelung der Urlaubszeiten:
Winterferien sind geklärt, wobei künftig die Eltern entscheiden
In den Osterferien fahre ich mit den Kindern zu meinem Vater (das ist ohnehin meine Woche)
Bis Ende April wird die Regelung für die Sommerferien gemacht
Bis Ende Juli die Regelung für die Herbstferien
Bis Ende Oktober für Winterferien
Zurückhaltung von Lesyas neuem Lebenspartner
Dass die Verantwortung und die Konsequenzen der Trennung getragen werden:
Kfz-Ummeldung
Ummeldung eigene Wohnung (Adresse!!)
Schlüsselabgabe
Kindergeld teilen
Etc. (Scheidung)
Zivilisierten Umgangston
Bemerkungen wie „Denk an die Kinder“ sparen
Keinen Streit vor Kindern
Dass Olesya sich auch beraten lässt
D.h., ich habe eine Agenda und sehr konkrete Vorstellungen.
Ich wünsche mir
Ich wünsche mir gegenseitiges Vertrauen. D.h., wir gestehen uns ein, dass wir teilweise unterschiedliche Vorstellungen haben, gehen aber davon aus, dass jeder das Beste für die Kinder will, und lassen uns gegenseitig gewähren. Was letztlich das Beste ist, weiß Gott allein.
Einer meiner Berater wiederholt immer wieder, dass wir keine Gegner werden dürfen!
Während meiner Ausführungen beginnt Olesya zu grinsen und deutlich zu machen, dass sie das nicht ernst nimmt. Das unterlässt sie auch nicht, als Frau P. sie darauf hinweist, dass das nicht gut sei, sodass ich schließlich den Raum verlasse, während Frau P. sie fragt, ob sie sich über mich lustig mache oder ob sie aus Unsicherheit lache, weil sie überfordert sei. Als ich den Raum wieder betrete, hat Olesya dieses Angebot dankend angenommen und erklärt, sie sei überfordert gewesen. Mein Eindruck ist, dass sie völlig ignoriert, was ich oder Frau P. sagt, wenn es nicht ihren Vorstellungen entspricht.
In dieser Zeit ruft Olesya mehrfach bei mir an, weil sie Probleme im Umgang mit Benedikt hat. Der Ton ist vorwurfsvoll, beleidigend und sie ist bemüht, mir die Schuld zu geben. Die Ursachen finde ich meistens banal. Einmal will Benedikt nicht frühstücken (wahrscheinlich unmittelbar nachdem Olesya ihm gesagt hat, dass sie einen neuen Freund hat), oder er sitzt zu viel vor dem Computer (den MEIN Vater ihm geschenkt hat). Sie behauptet, dass Benedikt sie durch meinen Einfluss jeden Tag mehr hassen würde. Als Benedikt einmal nicht zum Trompetenunterricht erscheint, und der Lehrer mich wie für solche Fälle vereinbart anruft, versuche ich erfolglos Olesya per Telefon und Whatsapp zu erreichen, und auch Benedikt geht nicht ans Telefon. Als sich Benedikt glücklicherweise beim Trompetenlehrer eingefunden hat, und ich das Olesya erleichtert per Whatsapp melde, kommt postwendend ein Anruf. Der erste Satz ist unverständlich. Dann folgt: „Er ist so ein Arschloch! Er ist genauso ein Arschloch wie du!“
Vom 21.-28.02. fahre ich mit Benedikt ins Skilager der Kapellknaben, und wir haben eine sehr schöne Zeit. Trotz meiner ständigen Traurigkeit werde ich auch von den anderen Teilnehmern gut akzeptiert und respektiert. Zweimal halte ich die Andacht und bin stolz auf mich. Als wir am Freitag zurückkommen, sitzt Olesya in der Wohnung und macht Homeoffice. Ich weise sie darauf hin, dass sie verschwinden soll, so wie das vereinbart ist. Als ich auch noch den Fahrzeugbrief des Autos wieder an mich nehme und sage, dass das jetzt wieder mein Auto sei, weil sie es in drei Monaten immer noch nicht geschafft hat, das Auto umzumelden, rastet sie aus. Vor den Augen von Benedikt beleidigt sie mich mehrfach als Arschloch, schreit weiter, wie sehr sie mich hasst und was sie die letzten 15 Jahre alles ertragen musste. Benedikt weint, und ich dränge ihn in sein Zimmer: Olesya kommt hinterher und schreit weiter. Ich danke Gott, dass ich ruhig bleiben konnte und sie nicht angefasst habe. Eine halbe Stunde später bekomme ich von ihr eine Nachricht:
Könntest du bitte Götz die Kündigung schreiben und vorbei bringen heute? Das wäre sehr lieb
und 2 Minuten später
Ich glaube nicht, dass diese Szene Benedikt gutgetan hat. Du sorgst dafür, dass er mich hasst. Ich denke nicht, dass das gut ist für ihn. Ich bin immerhin seine Mutter
Nach dieser entsetzlichen Szene habe ich nach Rücksprache mit Wolfgang und anderen Beratern persönliche Treffen mit Olesya komplett gestrichen inklusive der gemeinsamen Beratungen bei der Familienberatung.




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